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Für die meisten von uns sind Wespen Quälgeister oder Ungeziefer, besonders am Grill und beim Picknick, im Biergarten, an Eis-, Kuchen- und Obstständen und bei Obstbäumen.Überraschend ist, wie viele Menschen Angst vor diesen Insekten haben. Schätzungen zufolge sind Wespen für vier bis acht von 1000 Personen ein ernstes Risiko. Viele Hundert, vielleicht sogar Tausende Menschen sterben jedes Jahr aufgrund einer Allergie gegen Wespengift . Selbst für Menschen, die nicht allergisch reagieren, kann der Stich einer Wespe problematisch sein. In der Regel ist der Giftsack der ausgewachsenen Wespen voller Bakterien. Daher birgt der Stich der Wespe die Gefahr ernster Infektionen und schmerzhafter Wunden. Und nicht nur Menschen sind betroffen: Unzählige Haustiere werden jedes Jahr von Wespen gestochen!

Wespen verursachen aber nicht nur Stich- und Bisswunden. Da Wespen auch Fäkalien nach Nahrung durchstöbern, sind sie wesentliche Überträger von Krankheiten, besonders durch Kontakt mit unseren Lebensmitteln. Wespen greifen Bienenstöcke an und töten die Honigbienen. Im Spätsommer und im Herbst richten sie große Schäden in Obstgärten und -plantagen an. In der Nestbauzeit schädigen Wespen Nutzhölzer und Bäume, aus denen sie ihr Baumaterial, eine Art Papierbrei, gewinnen.

Der Lebenszyklus der Wespe



Trotz ihres schlechten Rufs ist die Wespe keineswegs ein Bösewicht an sich. So spielt sie eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Schädlingen. Ihr Verhalten steht in direktem Zusammenhang mit ihrem Lebenszyklus. Mit dem Ende des Winterschlafs im Frühling beginnt die junge Königin mit dem Nestbau. Eine Weile ernährt sie sich von Nektar und trägt so zur Bestäubung der Pflanzen bei. Aus den von der Königin gelegten Eiern schlüpfen die Larven. Diese benötigen für ihre Entwicklung proteinhaltige Nahrung, das ihnen die Königin in Form von erbeuteten Insekten liefert. Innerhalb von ca. zwei Wochen entwickeln sich die Larven zu Arbeiterinnen. Sie übernehmen die Aufgaben der Königin, die von da an im Nest bleibt und viele tausend Eier legt.



Während das Nest wächst, jagen die Arbeiterinnen weiter nach Insekten, um ihre Larven damit zu füttern. Die Larven versorgen im Gegenzug die Arbeiterinnen mit einem süßen zähflüssigen Saft. Je größer das Nest wird, umso mehr Insekten werden von den Arbeiterinnen erbeutet. Auf diese Weise verhindern die Wespen die Ausbreitung vieler Gartenschädlinge.

Mitte bis Ende des Sommers verändert sich das Leben in ihrem Nest. Junge Königinnen schlüpfen und schwärmen aus, um sich fortzupflanzen. Die alte Königin beendet die Eiablage und nach kurzer Zeit gibt es keine Larven mehr. Damit versiegt auch die süße Nahrungsquelle der Arbeiterinnen. In dieser Phase kann ein Nest von bis zu 5.000 hungrigen Arbeiterinnen bewohnt sein, die nun zur Plage werden. Sie beginnen, überall nach Süßem zu suchen, und das führt zu Konflikten mit dem Menschen. Wespen sind von Natur aus Jäger und daher stets bereit, im Kampf um Nahrung zuzustechen. Handelt es sich dabei auch noch um Süßigkeiten, Eis oder Bier, werden sie besonders gefährlich.

Wichtiger Hinweis:Es gibt viele Arten von Wespen. Die meisten sind von Natur aus Einzelgänger und kommen nicht mit dem Menschen in Kontakt. Viele Wespen sind nützlich und ernähren sich ausschließlich von Insekten. Die oben stehenden Erläuterungen beziehen sich daher ausdrücklich auf bestimmte Arten staatenbildender Wespen, vor allem die Gemeine Wespe (Pensylvenia-Wespe), die Deutsche Wespe und die Hornisse.